D.O. Toro

Die am westlichen Rand der Meseta gelegene Region Toro besteht eigentlich aus nicht viel mehr als drei Orten: Toro, Morales de Toro und San Román de Hornija. Bis vor wenigen Jahren bestand sie auch lediglich aus sieben Bodegas, darunter zwei Cooperativen, ein Handelshaus und eine Großkellerei. In den letzten sieben Jahren ist die Region jedoch regelrecht explodiert. Inzwischen gibt es 36 Kellereien in der D.O. Toro, der Großteil davon mit kleinen bis mittleren Produktionsmengen, gepaart mit umfangreichen Vorstellungen von sich und der Welt, insbesondere von sich in der Welt. Quasi geadelt wurde Toro, als sich Vega Sicilia, erstmals in Spanien außerhalb von Ribera del Duero, in San Román de Hornija niederließ, um dort ihren neuen Wein, Pintia, zu keltern. Anders als in Rueda gibt es in Toro eine Vielzahl von Bodegas, die eigentlich aus anderen Ecken Spaniens stammen und hier mit einer Tochterbodega vertreten sind: Primicia, Riojanas und Eguren aus der Rioja, Marco Real aus Navarra, der Rumasa-Konzern, Castilla la Vieja, Torremilanos, Alvarez y Díez, Valduero aus Castilla-León. Andere werden folgen.

Toro lebt von nur einer Rebsorte, der Tinta de Toro, ein Sprössling der Tempranillotraube. Zu behaupten, dies sei nichts anderes als Tempranillo mit anderen Worten, ist jedoch zu kurz gegriffen. Schließlich sind die Trauben noch kleinbeeriger, noch kompakter als die in Ribera del Duero, von denen in der Rioja oder in Navarra ganz zu schweigen. Tinta de Toro steht auf über 80% der insgesamt 5.350 Hektar Rebfläche. Garnacha ist die zweitwichtigste rote Rebsorte, die vor allem zur Rosadoproduktion eingesetzt wird. Andere rote Rebsorten sind nur als Experimentalsorten zugelassen, was auch immer dies im Einzelfall bedeuten mag. Die einzige weiße Rebsorte der D.O. ist Malvasía, aus der Weine höchst unterschiedlicher Güte gekeltert werden. Die Rotweine werden als Jungwein, Crianza, Reserva und vereinzelt auch als Gran Reserva vermarktet, wobei dieses System dank vieler vinos de autor nur noch begrenzte Aussagekraft hat. Eine eigene Kategorie für Weine mit kurzer Fassreife gibt es auch hier nicht, der Großteil der neuen Bodegas schafft sich seine eigene Klassifikation, indem die Weine durchnummeriert werden oder in Roble und Selección, gran und muy gran oder sonstwie unterteilt werden.

Früher fand man fast alle Weinberge oben, auf der platte Ebene zwischen Toro und Morales de Toro. Mit dem Bodegaboom kam auch eine Neupflanzungswut einher, die insbesondere die Täler der – meistens ausgetrockneten – Flüsschen Guareña, Hornija und Reguera füllten oder sich auf den Höhenzügen im Süden der D.O. ausbreiteten. Auf gut einem Drittel der Rebfläche stehen Stöcke, die nicht älter als fünf Jahre sind und bis zu dem Punkt, von dem an sie Großes zu leisten imstande sein werden, noch viele Tage sengender kastilischer Sonne zu ertragen haben.

Toro ist, neben der Extremadura, die Weinbauregion Spaniens mit den meisten Sonnenstunden und den geringsten Niederschlägen, ideal zur Kelterung schwerer, alkoholreicher Weine. Rotweine unter 14% Vol. sind hier daher auch kaum zu finden, auch wenn ab und an aus Höflichkeit 13,5 auf ein Etikett geschrieben wird. Die Tradition des Barriqueausbaus ist hier zwar schon seit längerem eingetroffen, wurde bislang jedoch nur bedingt gut verstanden. Oftmals versuchen die Önologen, den ohnehin mächtigen Weinen ein zweites Gerüst mitzugeben, welches leider meistens störend wirkt. Jedoch hat gerade hier der Zuzug gebietsfremder Bodegas mitsamt deren Wissen vieles in eine bessere Richtung geleitet.

Die Böden sind hart, steinig, meist mit Sand- oder Kalkeinlagen. Um Wasser zu finden müssen die Stöcke extrem tief wurzeln. Die Erträge sind dementsprechend niedrig. Im Jahr 2003 wurden gerade einmal 3.580 Kilo oder 25 Hektoliter pro Hektar eingebracht. Jedoch wird auch hier die starke Verbreitung der Drahtrahmenziehung bei den vielen Junganlagen dazu führen, dass die Durchschnittserträge in den nächsten Jahren deutlich nach oben gehen werden.
D.O. Condado de Huelva
Die Lagen
Das rund 6.000 ha. grosse Anbaugebiet im Südosten der Provinz Huelva ist überwiegend eben bis leicht hügelig, grenzt im Norden an den Landkreis El Andévalo, im Süden an den Atlantik, im Osten an Huelva und breitet sich über die untere Ebene des Guadalquivir mit den Gemeindegebieten von Almonte, Beas, Bollullos Par del Condado, Bonares, Chucena, Gibraleón, Hinojos, La Palma del Condado, Lucena del Puerto, Manzanilla, Moguer, Rociana del Condado, San Juan del Puerto, Trigueros, Villalba del Alcor und Villarrasa aus.

Der Boden
Meist rötliche (eisenhaltige), neutrale bis leicht basische Böden von recht lockerer Textur und mittlerer Fruchtbarkeit. Entlang der Flüsse Gebiete mit Schwemmland.

Das Klima
Atlantisch, mit milden Winterhalbjahren und langen, warmen, durch den Atlantikeinfluss nie heissen Sommern. Jahresdurchschnittstemperatur 18° C. Durchschnittliche Niederschlagsmenge 550 mm/m2 pro Jahr und eine relative Luftfeuchtigkeit von 60-80 %.

Die genehmigten Rebsorten

    Weiss:

Zalema, Palomino Fino, Listán de Huelva, Garrido Fino, Moscatel de Alejandría, Pedro Ximénez

Die Charakteristik der Weine
Der Ausbau von Crianzas und Reservas ist nur im Bereich von Almonte, Bollullos Par del Condado, Chucena, La Palma del Condado, Manzanilla, Moguer, Rociana del Condado, San Juan del Puerto und Villalba del Alcor gestattet.

    Weiss

– 10-14,5 % Vol. – Condado de Huelva Joven, sortenreiner Zalema. Farbe: Blassgelb. Nase: leicht pflanzliche Nuancen, Erinnerungen an Gebüsch. Gaumen: Angenehm und leicht trinkbar.

Dessertweine
Condado Pálido – 15-17 % Vol. – Listán de Huelva, Palomino Fino und Garrido Fino im Soleraverfahren mit biologischer Crianza mindestens 3 Jahre in Eichenbarriques ausgebaut, ähneln anderen Finos.
Condado Viejo – 15-22 % Vol. – Zalema, Listán de Huelva, Palomino Fino und Garrido Fino in Eichenbarriques mit oxydativer Crianza aus den ältesten Soleras.
Likörweine – 15-22% Vol. – Mindestens 2 Jahre auf Barrique ausgebaut, trocken oder süffig, abhängig vom Zuckergehalt als pale dry, medium, cream oder pale cream angeboten.

Consejo Regulador D.O. Condado de Huelva
Avda. 28 de Febrero, 153
21710 Bollullos Par del Condado/Huelva
Tel: +34 – 959 410 322 € Fax: +34 – 959 413 859
Mail: consejoregulador@vinoscondadohuelva.com
Web: www.vinoscondadohuelva.com

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